
Jakob hatte zwölf Söhne. Einer von ihnen hieß Josef. Vater Jakob liebte ihn mehr als alle anderen Söhne.
Er verwöhnte ihn, wo er nur konnte, und schenkte ihm ein prächtiges, buntes Kleid. Aber die anderen Söhne waren neidisch auf Josef.
Sie schimpften: 'Immer nur Josef! Warum bekommen wir kein Geschenk?' Auch ärgerten sie sich, weil Josef sie oft bei ihrem Vater verriet,
wenn sie etwas falsch gemacht hatten.
Einmal hatte Josef einen seltsamen Traum. Den erzählte er seinen Brüdern. 'Hört', rief er, 'was ich geträumt habe! Ich sah im Traum
ein Kornfeld vor mir. Das Korn war geschnitten und wir banden es in Garben zusammen. Jeder von uns band eine Garbe. Aber meine Garbe
war die größte. Sie stand in der Mitte. Und alle eure Garben verneigten sich vor meiner.'
Als die Brüder den Traum hörten, wurden sie wütend. 'Ach du!', fuhren sie Josef xan. 'Du willst wohl etwas Besseres sein als wir? Willst
du etwa unser König werden?' Und sie ärgerten sich noch mehr über Josef.
Wenig später hatte Josef noch einen zweiten Traum. Auch den erzählte er seinem Vater und seinen Brüdern. 'Stellt euch vor!', rief er.
'Sonne, Mond und elf Sterne kamen vom Himmel herab und verneigten sich vor mir.' 'Was für ein Traum!', rief Vater Jakob erschrocken.
'Sollen wir alle zu dir kommen und vor dir niederfallen, dein Vater, deine Mutter und deine elf Brüder? Was bildest du dir ein?' Aber
im Stillen dachte Jakob: Ich will mir den Traum merken. Vielleicht hat Gott wirklich etwas Großes mit Josef vor?
Vgl. 1. Mose 37,1-11
Quelle überwiegend: Neukirchener Kinder-Bibel v. Irmgard Weth, Kalenderverlag des Erziehungsvereins Neukirchen-Vluyn